KontaktFrequently Asked QuestionsStartseite



Marilyn Manson Valley
 

Neuigkeiten

Bandinfos

Diskographie

Songtexte

Fotogalerie

Tourdaten

Reviews

Diskussion

Chatting

Downloads

Sonstiges

Network




Die Wahrheit hinter Manson-Valley.de


The Story of ...

Stürmisch waren die Zeiten damals. Eine Mischung aus mangelndem Selbstvertrauen, Ziellosigkeit, alltäglichen Sorgen und anderen pubertären Problemen machten mich etwas verzweifelt. Ich wollte mich an etwas festhalten, ich wollte mein "Ich" finden, das mir damals noch ferner schien als heute. Das Gefühl, dass die schöne Welt sich dreht, nur ich, irgendwo, weit weg, an einem und demselben Platz feststehe und nicht weitergehen kann, das Gefühl wollte nicht verschwinden. Der Pessimismus überschlug sich, meistens nur für einige Tage im Monat, aber das reichte aus, um das Leben vollkommen sinnlos zu finden. Das Denken machte mich verrückt, das Überlegen, wieso es ist wie es ist und wieso es nicht anders sein kann - wieso dies, wieso das ...

Der musikalische Wechsel war inzwischen vollbracht. Was mit den Bravo Hits begann, ging in Offspring und Nirvana über, und bald hatte ich die Pop-Massenwahre endgültig satt. Zur der Zeit entdeckte ich FM4 - einen österreichischen Radiosender, der mir damals noch sehr eigenartig erschien, ja, dessen Musik mir nur selten gefiel und dessen Spezialsendungen viel zu spät liefen, als dass man sie sich anhören konnte. Doch als Alternative zu Ö3 war das sicherlich ein spannendes Neuland, das es zu entdecken gab, und spätestens nachdem die netten "Nachtruhe ab 19.00 Uhr" Plakate im Zimmer hangen, hatte ich mich an die Musikmischung gewöhnt.

Harte Musik, laute Gitarrenriffs, Songs meistens ohne jegliche Melodie, die Texte nicht gesungen, gebrüllt! - House Of Pain lief jeden Mittwoch ab 22 Uhr und ich wunderte mich, wie man so was hören konnte. Trotzdem hielt ich das für ein recht interessantes musikalisches Gebiet, wahrscheinlich weil es etwas Neues war, der totale Gegensatz zu den Pop-Stücken, die ich bis dahin gehört habe. Und vielleicht könnte ich daran noch Gefallen finden, dachte ich mir. So saß ich also vor dem Computer und lauschte der Musik. Doch neben den immer gleich klingenden Liedern, deren monotone Klänge die Aufmerksamkeit nicht auf sich zu ziehen vermochten, wurde "I Don't Like The Drugs" eingelegt - die gerade erschienene Single begeisterte mich. Da ich sowieso nach musikalischen Neuentdeckungen suchte, begab ich mich ins Internet und lud mir das Marilyn Manson Album "Mechanical Animals" runter, als MP3 natürlich. Auf Kassette überspielt höre ich es fast täglich einmal durch. Anfangs gefielen mir nur zwei Songs, zu denen neben "I Don't Like The Drugs" auch "Rock Is Dead" gehörte, doch bald war die Eingewöhnungsphase vorbei und ich begann das Album als ein Gesamtkunstwerk zu sehen - und kaufte es mir.

Mit Freude erfuhr ich, dass in Wiesen ein Marilyn Manson Konzert stattfinden sollte. Es war für den 4. Juli 1999 geplant, und am nächsten Tag musste ich um fünf Uhr in der Früh am Flughafen sein - die Sprachreise nach England war schon gebucht. Ich fand einen Freund der mit mir hinfahren würde und schaffte es meine Eltern von der Notwendigkeit dieses Festivals zu überreden. So durfte ich eine faszinierende Show bewundern, ohne "Antichrist Superstar" je gehört zu haben - und über zwei drittel der Lieder waren mir unbekannt. Mit einem "Beautiful People" Ohrwurm fuhr ich dann nach hause, um zwei Stunden später wieder aufzustehen und meine wohlverdienten Ferien zu genießen.

In England kam ich in Besitz meines ersten Manson T-Shirts - "We're all stars now, in the dope show" hieß es oben. Ich legte mir auch das Buch von Kurt Reighler zu und las es in wenigen Tagen. Irgendwelche Besonderheiten sind mir nicht in Erinnerung, ich weiß nur noch, dass ich etwas enttäuscht war, nicht die offizielle Autobiographie gekriegt zu haben. Die zwiespältigen Reaktionen mancher Leute, die mich als Manson-Fan begegneten, genoss ich ganz gerne, irgendwelche negative Erfahrungen habe ich - bis heute - nie gemacht.

FM4 war für mich "in", und so besuchte ich die offizielle Homepage fast täglich. Das Trainspotting war technisch nicht sehr ausgereift. Um ältere Forum-Beiträge zu finden, musste man die Browser-Suchfunktion verwenden, nachdem sich die über 300 KB große Datei geladen hatte, doch ab und zu beteiligte ich mich ganz gerne an der Diskussion. Dort lernte ich den David kennen, dessen Stellungsnahmen zum Thema Marilyn Manson ich immer gerne verfolgte. Wir begannen über ICQ einige Spooky Kids Demos zu tauschen, und als es notwendig wurde, das Wiesen-Konzert von MiniDisc zu überspielen, trafen wir uns. Es freute mich einen Marilyn Manson Fan persönlich kennen gelernt zu haben, und noch heute ich mich mit ihm sehr gut.

Von der Commandos Webseite hatte ich bereits genug. Es war mein erstes größeres Projekt, doch das Thema war fad, die 20 Missionen wollte ich nicht mehr durchspielen und die Besucher kamen nur spärlich. Da eine private Homepage auch nicht das wahre war, musste etwas anderes her. Mir fiel auf, dass über Marilyn Mason auf Deutsch fast nichts zu finden war, also beschloss ich eine Marilyn Manson Webseite zu erstellen - ohne Konzept, ohne Informationen, aber das Thema reizte mich.

Nach vielen Stunden vor dem HTML-Editor war die Homepage im September 1999 endlich online. Voll Enthusiasmus aktualisierte ich die News und versuchte ständig irgendwelche Updates zu erstellen. Mit 15 Besuchern täglich musste ich mich am Anfang zufrieden geben - der größte Teil wahrscheinlich nur Bekannte oder Freunde - doch langsam wurde ich in einigen Suchmaschinen aufgelistet und nach mehreren Versuchen und langer Wartezeit war Manson-Valley.de auch Yahoo-Katalog zu finden. FM4 übertrug das "Last Tour On Earth" Album drei Tage vor der offiziellen Veröffentlichung. Ich nahm es am PC auf und gab es in Real-Audio auf die Webseite. Der Besucherzähler verzeichnete über 300 Zugriffe und obwohl nach wenigen Tagen die Normalwerte wieder erreicht waren, wertete ich das als einen riesigen Erfolg. Nach einem Newsletter kam auch ein eigenes Diskussions-Forum dazu, das heute noch immer den reizendsten Teil der Webseite darstellt.

Man möchte es nicht wahrhaben. Fast zwei Jahre sind nun seit der Eröffnung vergangen, zwei sehr lange Jahre, auf die ich mit gemischten Gefühlen zurückblicke. Viel habe ich gelernt, viel hätte ich besser machen können. Doch wahrscheinlich war diese Zeit notwendig, um ein neues "Ich" zu formen.


Warum ich "The Long Hard Road Out Of Hell" nie gelesen habe

Die deutsche Übersetzung der Marilyn Manson Autobiographie sollte bald erscheinen, und da ich, peinlicherweise, nicht einmal die englische Ausgabe kannte, beschloss ich mir das Buch zu kaufen. Ich bestellte es bei lion.cc, leider über irgendwelche Ferientage, so dass das Packet erst über eine Woche später ankam. Den Karton dann endlich aufgerissen erblickte ich den glänzenden Umschlag, und das Gefühl, ein neues, gebundenes Buch, noch dazu mit kleinen dreidimensionalen Verzierungen in der Hand zu halten, war wirklich schön. Ich legte mich gemütlich auf das Sofa und schlug die erste Seite auf, während ich mich über das Geräusch des Umblättern eines druckfrischen Papiers erfreute. Ich kam jedoch nicht weit, wahrscheinlich nicht über die Seite 80, und legte das Buch wieder weg, um es ein anderes mal weiterzulesen. Ich war etwas zu müde und wollte mich anderen Sachen widmen.

Paar Tage später nahm ich das Buch zur Hand, blätterte ein paar Seiten zurück und fing an, weiter in die Welt von Marilyn Manson vorzudringen. Wahrscheinlich aus mangelndem Interesse verlor ich bald die Lust und legte es wieder weg - in meinen Kasten, wo es heute noch immer steht.


Warum ich Songtexte fast nie interpretiere

Erst vor zwei Monaten, in einer finsteren Nacht, legte ich mich auf mein Bett nieder, setzte meine Kopfhörer auf und begann "Antichrist Superstar" zu hören - zum ersten mal die Texte lesend. Die Musik war wunderbar, die Stimmung düster, und die Aussage von Mr. Manson begann auf mich zu wirken, mich zu beängstigen, zu faszinieren. Doch es sollte bis heute das einzige mal bleiben, wo ich mich mit diesen Songtexten beschäftigt habe, und obwohl mir fast alle Übersetzungen der Alben zu Verfügung stehen, habe ich nie über Manson's Lieder wirklich nachgedacht noch versucht festzustellen, was er uns sagen möchte. Ich verstehe, dass jeder Künstler uns mit seinen Stücken etwas mitteilen möchte, und oft überlege ich mir sogar, mich etwas mehr den Inhalten zu widmen, nein, ich sollte es sogar, doch ...


Lang lebe die Individualität !

Von Manson und vielen Künstlern wird es propagiert, nur auf sein eigenes Selbst zu hören und sich nicht unterzuordnen, durch Diktaturen, Religionen, Politiker - aber durch Musiker?

Mir erscheint es sinnlos, eine Person wie zum Beispiel Mr. Manson zu analysieren, sie in kleinste Stücke zu zerreisen und jedes einzelne Teil genau zu betrachten, um sich nach seinen Meinungen und seiner Weltvorstellung zu richten, sie zu kopieren. Mich hat es nie interessiert, was Marilyn Manson sag, denkt oder fühlt, genauso wenig möchte ich wissen, was er vom Christentum, dem Satanismus oder der Welt hält. Denn lieber beschäftige ich mich selber mit diesen Themen, und bilde mir meine eigene Meinung, als unter seiner Vorlage etwas zu übernehmen. Zwar hatte ich eine Phase, in der ich Marilyn Manson blind gefolgt bin, in der ich so sein wollte wie er, doch war das für das Alter und die Gegebenheiten verständlich, und diese Zeit ist längst vorbei.

Musik war und ist für mich nicht mehr als Musik. Musik drückt Gefühle aus, macht auf bestimmte Inhalte und Themen aufmerksam, doch eine Meinung sollte man sich dann selber erarbeiten und auf mehrere Quellen stützen. Wozu sollte ich meine Zeit für eine fremde Person opfern, wenn ich in mir eine eigene schaffen kann?


Wie es nun weitergeht ...

Manson-Valley.de hat inzwischen seinen Reiz verloren. Zum Teil weil ich aus dieser komplizierten Phase herausgewachsen bin, aber vor allem weil mich Manson nicht mehr interessiert - nie wirklich interessiert hat. Von Anfang an war ich mehr auf das Webpublishing konzentriert, das Thema diente nur als Mittel. Die vielen Aktualisierungen nehmen außerdem viel Zeit in Anspruch, Zeit die ich nächstes Jahr nicht mehr haben werde (Matura/Abitur). Und auch die Herausforderung fehlt; die Herausforderung etwas Neues zu schaffen, kreativ zu sein oder sich mit neuen Technologien zu beschäftigen.

Ich habe deshalb den Entschluss gefasst, mich aus Manson-Valley.de größtenteils zurückzuziehen.

In diesen Sommerferien fliege ich in die USA, um unter anderem meine Englischkenntnisse aufzubessern. Ein Internetzugang wird zwar gegeben sein, doch ich möchte meine Zeit dort anders nützten - um mich mit Webdesign und Webprogrammierung genauer zu beschäftigen. Ich möchte frei sein von den Pflichten, die man als Webmaster so hat, und nicht mehr dazu verleitet werden, weitere, zeitaufwendige Updates zu erstellen.

Manson-Valley.de wird natürlich online bleiben, nicht nur weil ich für die Domain schon gezahlt habe ;-) Die ganze Homepage jemanden zu übergeben wäre mir etwas zu riskant und so wird sich ein Mittelweg finden müssen. Das Forum wird sicherlich zur Gänze von der Moderatoren verwaltet werden, wobei sich da auch noch einige Sachen ändern könnten. Bei den Neuigkeiten wird es schon etwas komplizierter. Vielleicht übergebe ich sie jemanden, vielleicht werde ich nur noch fertige Meldungen draufgeben (also welche selber schreiben werde ich sicherlich nicht), oder ich werde sie gar nicht mehr aktualisieren. Bei anderen Bereichen wie z.B. den Bandinfos oder Tourdaten werde ich, wenn, dann nur noch selten etwas verändern. Ich möchte mich von diesem Projekt distanzieren, um mehr Möglichkeiten für andere Sachen zu eröffnen. Ein notwendiger Schritt, der sich im Laufe der Zeit ergeben hat, und mir nicht leicht fällt.

Ganz verschwinden werde ich nicht, aber andere Prioritäten setzten - und ich hoffe ihr habt Verständnis dafür.


12. Mai 2001