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Marilyn Manson Valley
 

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MARILYN MANSON
Guns, God, And Government World Tour 2001

02. September 2001, M'era Luna Festival

Hinter mir lag die Anreise, der erste Abend, der zu meiner Überraschung in einer ... .schönen Zweisamkeit endete. Naja, passt ja, die Disco fand ich eh scheiße. Hinter mir lag Zeromancer, Subway to Sally, eine weitere Nacht (was da passierte erwähne ich nicht) *g* und Letzte Instanz und noch so manch anderes. Es war das beste Festival auf dem ich bisher war, und ein Mann, mit einem schwarzen Streifen unter den Augen, dem ich vor langer Zeit einen Großteil meiner Musik-Sympathien schenkte sollte nun das (schwarze) Sahnehäubchen darauf setzen!

Und was mir in Berlin damals verwehrt blieb, sollte nun endlich Realität werden. Dieses Mal mit Photoapparat, um mich meine Freunde, und vor mir, keine endlose Nacht auf einem eiskalten Bahnhof im nirgendwo (Belzig), sondern ein Zelt und ein warmer Schlafsack.

Ich bin zu aufgeregt, zerre mein Leute mit vor die Bühne, schon bevor das "Arschloch" spielte (wie heißt der Kerl noch gleich ... ach klar Phillip Boa). Der war als Vorband sozusagen auch gar nicht so schlecht. Und ob man's glaubt, nach dem seinen Auftritt haben sich sogar noch mal ein paar Leute vor uns verpisst! Andere schrieen ganz und gar "Zugabe" worauf ich wieder (wie eigentlich immer) meinen Standard-Satz los lasse: "Schnauze, ich will Manson (oder welche Band grad) sehen!"

Neben mir höre ich irgendjemanden sagen: " ... ich habe das Gefühl ich stehe vor dem geilsten Konzert meines Lebens ... " - so weit würde ich nicht gehen, aber was kam war schon fett. Kurz zuvor lerne ich noch Norman kennen, der doch tatsächlich Mister Manson schon mal getroffen hat. Und was noch cooler ist: er kennt mich! Wir labern so, und es stellt sich heraus, das er mein Review von Berlin gelesen hat! Und wie cool ... wir unterhielten uns über den 15. Januar, und ich wollte so gern sagen, was ich durchmachte um dort hinzukommen, und vor allem wieder weg, ohne jedoch aufdringlich zu wirken. Da hatte ich ihm aber schon meinen Nickname gesagt ... und er stand schweigsam und überlegend da ... dann sagte er plötzlich: "Du warst beim Bund?" ... sau cool so was ...

Die Bühne wurde umgebaut ... nicht so extrem wie in Berlin, war ja schließlich ein Open Air, aber es dauerte trotzdem lange! Als es endlich an der Zeit war, zuckten Blitze über die Bühne, die sie immer wieder kurz erhellten ... ein hartes Instrumental - Intro war zu hören ... und jeder machte sich seelisch dazu bereit völlig auszuflippen, wenn Manson die Bühne betritt ...

Zunächst kam Ginger, der sich aber schnell hinter seinen Drums versteckte ... dann Twiggy und John etwa gleichzeitig ... und dann Manson!!! Langsam und mit herausgestreckter Brust kam er nach vorne, bis an den Bühnenrand ... ein Blitzlichtgewitter hielt mehrerer Minuten an ... .er lächelte diabolisch und hielt die Hand zu seiner eigenen Variante des Mile-High-Salute an die Schläfe, voll Ironie ... ..

... an seinem Arm ein Gefieder, doch unter den Augen, den Schwarzen Streifen, den ich so liebe! In kniehohen Stiefeln, zerrissen, genetzten Strumphosen, überdeckt von einem Lederrock, der vorn in der mitte einen Einschnitt bis zum Korsette hatte, an dem er befestigt war! Von seinem Hals zogen sich schwarze Linien über seinen ganzen Oberkörper ... Das einzige was nicht so richtig passte, waren die Knieschützer, die aber wenigstens auch schwarz, und wohl eher zweckdienlich waren ...

Dann brach "Irresponsible Hate Anthem" über uns herein ... und Erinnerungen wurden wach! :-)

Innerhalb von Sekunden wurde die Menge zum mitgrölenden Hexenkessel. Zum Bewegen war nicht viel Platz ... ein immenser Druck kam von allen Seiten, weil jeder, und handelte es sich auch nur um einen Zentimeter, so nah wie möglich an Manson sein wollte ...

Ich hatte im Vorfeld gehört, das Manson alles Langsame aus dem Set geschmissen hat, und durchpowerte. Und das bestätigte sich! Als zweites dann "The reflecting God", bei dem dann der Rock fiel, und als drittes "Great Big White World" als erste "Verschnaufpause". Dann durften sich die Photographen verabschieden, und Manson sich entgültig seine lasziven Art hingeben. Dies fand ihren Höhepunkt in dem wohl besten Stück des Abends. Neben mir war meine Beste Freundin Cosi aufgetaucht(bei ihr wundert mich immer wieder, wie sie den Mosh überlebt) und sie erkannte als erstes die verschnörgelten Geräusche die das nächste Lied ankündigten ... sie begann zu schreien, und ein glückliches Lächeln legte sich auf Ihr Gesicht ... und dann setzte Johns Gitarre zu Sweet Dreams an ... Mit einer unendlich schönen, einmaligen und sich zwischen zart und zerbrechlich und wieder kraftvoll und ungestüm abwechselnden Stimme sang Manson Strophe für Strophe ... unterlegt von einem rauschenden Publikum, aus dem jeder mit Leibeskraft mitsang. Immer freizügiger bewegte sich Manson auf der Bühne, bis er sich dem Publikum abgewandt hinkniete, und selbst das letzte Stück Stofffetzen, das seinen Hintern bedeckte runterzog ...

20000 begeisterte Fans streckte er seinen blanken Arsch entgegen, und ich konnte eigentlich nur noch verschmitzt grinsen ... da soll doch mal einer sagen, Manson macht hier nix provokantes!

Für Nobodies ging Manson diesmal auf Stelzen, und er trug auch wieder das Gewand eines Priesters(für welches Lied weiß ich nicht mehr) und es wirkte diesesmal sehr viel besser als in Berlin! Ansonsten wurde durchgepowert, nur kurze Ansagen, oder gar keine, was ich eigentlich schade fand, aber nach dem Konzert stellte sich der Grund heraus: Zeitdruck! Denn Manson spielte nur etwa 50 Minuten! Wohl der größte Nachteil an dem Auftritt! Er sprach uns mit "Deutschland" an, und ganz großes Lob an das Publikum. Denn Manson stellte sich nur hin, und flüsterte "Fight, fight, fight ... "dann schlug er sich das Mikro an die Brust, und der Chor aus Tausenden schrie im Takt die Parole zurück ...

Und was mich besonders freute, war das er Posthuman spielte, was Live auch extrem geil war, und von der härte her wohl auch das beste an diesem Abend ...

Als das viel zu frühe Enden nahte, sagte er etwas wie: "This is the last song of this world tour!So I wanna ask You one more question ... "->"How does it feel ... to be one of the beautiful ... PEOPLEEEEEE??????" Ein letztes Mal mitgrölen…ein letztes Mal ausrasten…..und Manson verschwand so schnell und plötzlich wie er gekommen war…

Wir waren alle völlig am Ende und einer meiner Kumpels hatte doch tatsächlich Twiggys Plectron gefangen(der Sack!) ... danach wurden wir unschön vom Bühnengelände verdrängt und eine halbe Stunde später begann es zu pissen ... wir saßen noch eine Weile in meinem Zelt und feierten, doch wir waren alle ganz schön fertig ... ich verbrachte die letzte Nacht allein(auch nicht schlimm) und am nächsten Tag war das Manson-Konzi entgültig Geschichte ...

 
Von: M1ckanical