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Marilyn Manson - Antichrist Superstar

Amerika braucht den Hype, und einer DER Hypes vor zwei Jahren waren MARILYN MANSON. Die Musikkritik tickte aus, die Businessmaschinerie lief an, und die Single ´Sweet Dreams´ explodierte. Nun liegt das neueste Album vor. Angelegt ist die Scheibe als Gesamtkunstwerk: Ein Zyklus beschreibt die Geburt von MARILYN MANSON als Schmetterling bis zur vollständigen Metamorphose zum Antichristen. Das Böse ist also immer und überall. Und besonders bei den genannten Neo-Geräusch-Metallern. Für Minuspunkte sorgen aber schon beim ersten Anhören die textlichen Ergüsse: Der Kosmos ist ein Aschenbecher. Darin tauchen wir gemeinsam ein, dann nagle ich dich verkehrt herum ans Kreuz und versinke ergeben in deiner Hypophose. Willkommen in der Sadomaso-Welt der Industrialmetaller. Die Lyrics bedienen gähnend langweilige Phantasien pubertierender Kiddies und entsprechen eher dem Niveau einer RTL 2-Show namens "Peep!". Aber die musikalische Mischung wiegt die belanglose, verbale Provokation locker auf. Hier beweist Produzent Trent Reznor seine Klasse. Vom ersten Track an - der Single und dem Hit ´Beautiful People´ - bauen MARILYN MANSON einen Spannungsbogen auf, getragen von verschiedensten Percussion-Instrumenten und variantenreichen Stimmlagen. Intensiv und intim. Klassisch, katzig und brüllend-verzerrt. Hier liegen die Stärken der Platte. Zwischen den Collagen taucht immer wieder eine Gitarre auf, die mich nach genauerem Anhören ein wenig an die guten alten Dead Kennedys erinnert. Etwas schlaffer wird der Spannungsbogen auf der zweiten Hälfte. Hier dominieren verzerrte Soundwände, die etwas an den Nerven zerren. Mit der letztjährigen EP "Smells Like Children" sorgten MARILYN MANSON für einige Furore auf dem metallenen Markt. "Antichrist Superstar" würde ich eher als einen nächsten Schritt, aber bei weitem nicht als Quantensprung ins kommende Jahrtausend bezeichnen. Und mit sado-maso-diabolo-Wortspielen allein kann man heute seinen Platz in der Rock´n´Roll-Hölle kaum sichern. Trotzdem... - Note: 8

Von Hanno Kress für RockHard Ausgabe 116 - zugeschickt von Lecter666